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Neuere Deutsche Geschichte hautnah erfahren Bühlertäler Realschüler unternahmen einwöchiges Seminar nach Lichtenfels Dass Geschichte - vor Ort erlebt – sich nachhaltiger einprägt, ist der Grund, dass die 9. Klassen der Franziska-Höll-Realschule Bühlertal jedes Jahr für eine Intensivwoche sich mit dem Thema „Das demokratische Deutschland vor dem Hintergrund seiner jüngsten Geschichte“ befassen. |
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| Die R9a auf der Zeppelintribühne | |
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Die Klasse R 9b startete also mit den Lehrern Valesca Wagner und Veronika Püttbach Montag morgen um 7 Uhr Richtung Franken, um sich in der Bildungsstätte Schloss Schney der Franken-Akademie bei Vorträgen, Gruppenarbeiten und Exkursionen mit der Zeit seit 1933 zu befassen. |
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Auf der Fahrt hatte sich die Gruppe bereits das barocke Kloster Banz, das Bildungshaus der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung angeschaut. Nach Mittagessen und Zimmerverteilung ging es um 14 Uhr sofort zum ersten Seminar. „Die nationalsozialistische Ideologie der Hitler-Diktatur und die Auswirkungen auf die Menschen im 3. Reich“ sollten die Schüler anhand von kurzen Filmsequenzen und in Kleingruppen mit aufbereitetem Material erkennen und durchschauen. |
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| Am Abend stand als Ergänzung der Film „John Rabe“ auf dem Programm. | |
| Der folgende Tag stand im Zeichen der Auseinandersetzung mit einem der düstersten Kapitel deutscher Geschichte, der Judenverfolgung. Vormittags veranschaulichte das Schicksal der jungen Jüdin Selma Meerbaum-Eisinger (besonders bewegend ihre Gedichte), was Judenverfolgung bedeutete. Nachmittags führte eine Exkursion ins KZ Buchenwald, das kein Vernichtungslager war bei beispielsweise Auschwitz oder Sobibor, sondern „nur“ ein Arbeitslager. Unmenschliche Arbeits- und Unterbringungsbedingungen führten dort schon nach wenigen Wochen oder Monaten zum Tod. Die Grausamkeit wurde angesichts der Verbrennungsöfen besonders augenfällig. Immer wieder standen Fragen im Raum: warum konnte es soweit kommen? Wie können Menschen so handeln? Wieso hat niemand eingegriffen? Welche anderen Minderheiten waren noch der Verfolgung ausgesetzt? | |
| Und in unmittelbarer Nachbarschaft die Kulturstadt Weimar, Stadt Goethes und Schillers! Stadt in deren Nationaltheater die demokratischste Verfassung Deutschlands 1919 verabschiedet worden war. Bei einer Stadtführung in Weimar wurde der Kontrast zwischen diesen beiden Polen deutscher Geschichte auch dann noch einmal sichtbar, als die Gruppe am Marktplatz den Balkon des Hotels „Elefant“ als den Ort identifizierte, wo Hitler in der Filmpräsentation der Gedenkstätte Buchenwald seine Rede an die HJ gehalten hatte. | |
| Einige Fragen des Vortages fanden eine Beantwortung beim Thema „Widerstand“, exemplarisch erarbeitet an der Gruppe junger Studenten „Die weiße Rose“ und der Gruppe um Oberst Graf Stauffenberg mit dem versuchten Attentat am 20.Juli 1944. | |
| Die Folgen der Hitler-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs erlebte die Klasse hautnah in Mödlareuth, auch als „Klein-Berlin“ bekannt. Mitten durch das 60- Seelen-Dorf zog sich als sichtbares Dokument der Nachkriegszeit und des Kalten Krieges bis 1990 die Zonengrenze zwischen der DDR und der BRD. Grenzbefestigung, Wachttürme, Minen, Hundelaufanlage, Ausleuchtung bei Tag und Nacht konnte man jetzt(ungefährdet) sehen, anfassen und durchlaufen, um den Wahnsinn dieser Teilung leibhaft zu spüren – glücklicherweise als Vergangenheit und schon beinahe als verrücktes Kuriosum bestaunt! | |
| Am Abend bestand das Angebot, die filmische Umsetzung des Themas „Die Weiße Rose“ kennenzulernen. | |
| Der Weg in den Krieg und der Verlauf des Zweiten Weltkriegs mit seinen Auswirkungen, deren eine am Tag vorher mit der Teilung Deutschlands schon hautnah erfahren werden konnte, bestimmte den Vormittag des folgenden Tages. | |
| Am
Nachmittag stand die letzte Exkursion auf dem Programm: Nürnberg,“ Stadt der Bewegung“ ! Die gigantische Monumentalarchitektur zu sehen, deren Reste auf dem Zeppelinfeld noch zu sehen sind, machte auch in diesem Bereich den totalen Machtanspruch des Nationalsozialismus deutlich. Das geplante Ausmaß des Reichsparteitagsgeländes kann man sich kaum vorstellen. |
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| In der Dauerausstellung „Faszination und Gewalt im Nationalsozialismus“ erarbeiteten Kleingruppen Teilthemen in Eigenverantwortung und ließen sich mithilfe eines Audioguides die großen Themenfelder der Ausstellung erschließen. | |
| Der kurze Besuch Nürnbergs bot die Möglichkeit, die Stadt, die in der Ausstellung durch zahlreiche Bilder und Filmdokumente aus ihrer „großen“ Vergangenheit sichtbar geworden war, nun selbst in heutigem Gewand in Augenschein zu nehmen. | |
| Der Freitag vormittag schlug den Bogen zur Gegenwart mit dem Thema „Rechtsextremismus in Deutschland“. Hier ging es mit einem Fachmann des Verfassungschutzes um Hintergründe, Erscheinungsformen und Möglichkeiten der Bekämpfung. Es stellte sich hier auch die Frage an die Schüler, wo und wie sie mit diesen Formen von Demagogie und Geschichtsverfälschung in Kontakt kommen. | |
| Bei der abschließenden Seminarauswertung brachten die Schüler konstruktive Vorschläge ein, wie in Zukunft der sehr arbeitsintensive und dichte Seminarablauf optimiert werden könne, bewerteten Inhalt und Form der Themenbearbeitung sehr positiv. Die begleitenden Lehrer und die Verantwortlichen der Frankenakademie lobten Engagement und Verhalten der Klasse, so dass man sich sehr zufrieden, wenn auch deutlich müde nach einer sehr arbeitslastigen und freizeitarmen Woche auf den Heimweg nach Bühlertal machte. | |
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